Naturlehrpfad

in Dollnstein / Obereichstätt im Naturpark Altmühltal



Karstquelle

Karstquellen sind typische Erscheinungen der Juralandschaft. Sie können relativ schwach sein (etwa 10 Liter pro Sekunde), aber auch eine sehr starke Schüttung aufweisen. Die Quelle des Hüttenbaches ist mit maximal 750 Litern pro Sekunde die stärkste Karstquelle des Gebietes. Hier sprudelt Grundwasser aus der Alb, das durch Klüfte und Gerinne im verkarsteten Kalkgestein nach unten gesickert ist und meist auf Ornatenton (Dogger Zeta) gestaut wird.
Das Wasser aus dem flachen Karst hat heute kaum mehr Trinkwasserqualität. Verunreinigungen von der Albhochfläche, Düngemittel, Pestizide und in Dolinen eingeleitete Abwässer werden im klüftigen Kalkstein fast nicht gefiltert und gelangen so ins Grundwasser.
Karstwasser kommt das ganze Jahr über mit einer gleichbleibenden Temperatur von 8-9 °C aus der Quelle. Wegen der konstant niedrigen Temperatur und des normalerweise geringen Nährstoffgehaltes sind Karstquellen und die anschließenden Quellbäche Lebensraum für eine zwar artenarme, aber hochspezialisierte Lebensgemeinschaft. Typisch sind hier Kiesel- und Froschlaichalgen, Erbsenmuscheln, Flohkrebse, Eintags- und Steinfliegenlarven. Quellen und Quellbäche sind wichtige Laichgewässer für den Feuersalamander, solange sie nicht mit Forellen besetzt werden.


Karstquelle bei Eichstätt im Altmühltal