Stadtpfarrkirche "St. Walburga"

in Beilngries im Naturpark Altmühltal



Die Anlage der Kirche geht auf einen Kapellenbau des 12. Jahrhunderts zurück. Der nördliche Turm blieb in seiner Grundsubstanz als einziger Bauteil durch all die Jahrhunderte erhalten. Um 1445 erfolgte die Verlegung der Pfarrechte von der heutigen Friedhofs- oder Bühlkirche in die neu errichtete Kirche St. Walburga. Fürstbischof Johann Euchar Schenk von Castell gelobte 1693 einen Neubau der Beilngrieser Pfarrkirche, der durch Johann Baptist Camesino unter Leitung des Eichstätter Hofbaumeisters Jakob Engel ausgeführt wurde. Die wachsende Raumnot Ende des vorigen Jahrhunderts erfolgte wiederum einen Kirchenneubau. Um die finanziellen Mittel aufzubringen, rief man 1892 einen Kirchenbauverein ins Leben. Eine äußerst langwierige und komplizierte Planung seit 1899 schloß sich an, so daß der Abbruch der barocken Kirchenanlage erst 1910 erfolgen konnte. Eine neuromanische Kirche, wie sie der Architekt St. Walburga in Beilngries im Altmühltal Josef Schmitz plante, kam nie zur Ausführung. Veranlaßt durch seinen Freund, Dr. Mader, nahm der neue Beilngrieser Geistliche, Pfarrer Hafner, mit dem Münchner Architekten Wilhelm Spannnagel Kontakte auf, der bereits 1906 einen neobaroken Kirchenbau entwarf. Nach darauffolgenden, mehrmaligen Planänderungen fand die Grundsteinlegung am 14.5.1911 statt, im Dezember des gleichen Jahres war der Rohbau fertiggestellt. Aufgrund des überraschenden Todes des Architekten Spannagel übernahmen die Herren Vonwerden und Behringer die Bauleitung. Am 13.8.1913 konnte die Pfarrkirche feierlich konsekriert werden.
Die Stadtpfarrkirche in ihrer wirkungsvollen Schöpfung in barockisierenden Formen wurde zum Wahrzeichen der Stadt durch die gelblich, grün und rotbraun glasierten Ziegel der achtseitigen Spitzhelme des 52 m hohen Turmpaares mit Klangarkaden im Obergeschoß. Nach Westen schließt sich das Langhaus (60 m lang, 24 m breit, 20 m hoch) in Form eines Zentralraums an. Der Hochaltar wurde aus der alten Kirche übernommen. Das Stifterwappen verweist auf Fürstbischof Johann Euchar Schenk von Castell. Das Altarbild stellt die Verklärung der Kirchenpatronin mit der heiligen Dreifaltigkeit dar. Das unsignierte Werk wird dem Eichstätter Hofmaler Kaspar Sing zugeschrieben. Die beiden Seitenfiguren, der heilige Willibald - Gründungsbischof des Bistums Eichstätt - und sein Bruder Wunibald, sind neuere Schöpfungen. Die Altarblätter der beiden Nebenaltäre stammen aus der Zeit um 1840. Das Gemälde der Rosenkranzkönigin am südlichen Seitenaltar schuf der Eichstätter Hofmaler Michael Franz (1725-1793). Mit Ausnahme der lebensgroßen Statuen des heiligen Nepomuk und des heiligen Bruders Konrad sind alle Heiligenfiguren aus dem späten 17. bzw. frühen 18. Jahrhundert. Die Wandfigur des heiligen Thaddäus ist eine klassizistische Schöpfung des Eichstätter Bildhauers Ignaz Alexander Breitenauer. Die Kanzlei ist mit 1695 datiert. Das Becken des Taufsteins geht auf die 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. Aus den Epitaphien der fürstbischoflichen Pfleger an der Portalseite verdient eine Renaissancearbeit besondere Aufmerksamkeit. Der Eichstätter Steinmetz Loy Hering schuf diese für die beiden in jungen Jahren verstorbenen Töchter des Pflegers Albrecht von Leonrod.