Der herausragende Wolfsberg

bei Dietfurt a. d. Altmühl im Naturpark Altmühltal



Heiße Felsen und kühler Wall

Die Spezialisten am Felsen

Auch für Tier und Pflanze sind die Felsbereiche eine Herausforderung:
Die große Sonneneinstrahlung und das anstehende Kalkgestein führen zu sehr hohen Temperaturen und extremer Trockenheit. Der Wind und der fehlende Schneeschutz im Winter fördern die hohen Temperaturschwankungen im Jahresverlauf. So sind einzelne Felsbereiche von Natur aus waldfrei, nur selten können hier Gehölze Fuß fassen.


Tierwelt der Felsen

Die Wärme und Trockenheit der Felsbiotope ziehen vor allem die von äußerer Wärme abhängigen Insekten, Spinnen und Reptilien an. Die Schmetterlingshaft bietet durch ihre gelb-schwarz geaderten Flügel, ihrer pelzigen Behaarung und den Felsen am Wanderweg bei Dietfurt im Altmühltal gekeulten Fühlern einen schönen Anblick. Sie jagt geschickt kleine Fluginsekten in der Luft. Die stark gefährdete und ungiftige Schlingnatter bevorzugt die Felsen, weil sie hier reichlich Zauneidechsen findet, die sie mit Vorliebe verspeist.


Die Insel der Reliktpflanzen

Die heutigen Felsen sind gegen Ende der letzten Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren von Pflanzen des Alpenraums besiedelt worden. Zu dieser Zeit waren offene steinige Böden und die typischen Pflanzen dieser Standorte in großer Zahl vorhanden zum Beispiel die Alpen-Distel. Im Anschluss an die Kaltzeit folgten Warmzeiten, deren Durchschnittstemperatur vermutlich um ein paar Grad höher lag als heute. Lichtliebende, submediterrane Arten wanderten ein zum Beispiel das Wimpern-Perlgras. Diese lichthungrigen Arten wurden isoliert, als sich der Wald wieder ausbreitete und sämtliche Flächen bis auf wenige Sonderstandorte einnahm. Wie auf kleinen Inseln leben die heutigen Glazial- oder Warmzeitrelikte auf denselben Felsen, die sie direkt nach der Eiszeit oder während der Warmzeit besiedelt haben.


Natur genießen

Insbesondere die trittempfindlichen Felsbiotope brauchen ihre Rücksicht. Mit Ausnahme eines Felsbereiches beim Schönblick ist das Betreten der Felsen verboten. Nur so bleibt der einmalige Lebensraum der speziellen Tier- und Pflanzenarten erhalten. Ein Glück für Natur und Mensch.


Der Keltenwall als Zeitzeuge

Die Kelten stellen vom 10. bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. Urnenfelder- und Hallsattzeit die einheimische Bevölkerung im Altmühltal dar. Manche Orts- und Flussnamen sind keltischen Ursprungs z. B. das Wort Altmühl von Alcmona, das heißt der stille, heilige Fluß, abgeleitet ist.
Wahrscheinlich fällt in die Zeit der Kelten auch die Errichtung des Ringwalls auf dem Plateau des Wolfsberges und die Anlage der Garbhügel.
Zusätzlich zum natürlichen Schutz der steilen Hänge wurde entlang der Hangkante ein Ringwall errichtet. Das Steinmaterial für den 2,5 km langen Wall wurde auf der Innenseite entnommen, wo sich deutlich eine Mulde abzeichnet. Da der Südhang des Wolfsberges aufgrund der flacheren Hangneigung feindlichen Angriffen leichter ausgestzt war, wurde der Wall hier offensichtlich höher gebaut. Er erreicht auch heute noch stellenweise eine Höhe von etwa 2 m.
Der Ringwall ist heute überwiegend mit Buchen bewachsen, während sich über den Querwall ein Fichtenwald zieht.