Wallfahrtskirche "Mariä Himmelfahrt"

in Eichstätt / Buchenhüll im Naturpark Altmühltal



Buchenhüll ist eine alte Marienwallfahrtsstätte. Das Dorf war domkapitlisch. 1185 hatte Rudiger von Affenthal seine Erbgüter daselbst an das Kapitel vermacht. Edle von Buchenhüll, Eichstätter Ministeralen, werden 1122-1149 erwähnt.
Die Kirche ist ein Bau der Frühgotik, der zweiten Hälfte des 13. Oder dem frühen 14. Jahrhundert angehörig. Im April 1615 ist in den Domkapitelsitzungen von "Erbauung und Erweiterung" der Kirche die Rede. 1616 kam der Bau zur Ausführung. Damals wurde das Langhaus nach Westen verlängert und wohl weitere Reparaturen vorgenommen. Die Sakristei an der Nordseite des Chores bestand schon 1602, als Preifer seine Visitation hielt. Er bemerkt, daß eine zweite finstere und feuchte Sakristei hinter dem Altar sich befinde. Der Turm an der Ostseite des Chores war demnach schon im Mittelalter gebaut worden. Das heutige Obergeschoß nebst Bedachung erhielt er in der Barockzeit um 1700. Im Jahre 1770 wurde der Treppenturm an der Nordwestecke des Langhauses der zur Empore führte abgetragen, die Kirchenfenster um das Doppelte vergrößert, also in die heutige Form gebracht.


Wallfahrtskirche in Eichstätt im Altmühltal


Die Kirche hat eingezogenen quadratischen Chor mit gurtartigen, gefasten Rippen, die den Mauerecken entwachsen. Tellerförmiger Schlußstein, bemalt. Chorbogen rund, ohne Gliederung. Das Langhaus hat zwei Fensterachsen und die 1616 angebaute Emporenachse. Flachdecke. Die Fenster sind stichbogig, in Emporenhöhe beiderseits Spitzbogenfenster, ohne Maßwerk. Portal neu. Der Turm liegt an der Ostseite des Chores. Das hohe Untergeschoß deckt eine spitzbogige Holztonne. (Hier ursprünglich die Sakristei.) An der Ostseite langer rechteckiger Fensterschlitz. Der Turm erhebt sich quadratisch. Geschieferte Haube, darüber vierseitige Laterne mit geschieferter Kuppel. Die Schallöffnungen, je eine auf jeder Seite, sind stichbogig. Darüber kleine liegende Ovale. Die Sakristei liegt an der Nordseite des Chores.