Wildpflanzengarten

in Pappenheim im Naturpark Altmühltal



Im Jahr 1997 wurde auf der Burg Pappenheim damit begonnen, in mehreren über das gesamte Burggelände verteilten, eigens dafür geschaffenen Beetanlagen, die im Naturpark Altmühltal und seiner Umgebung vorkommenden Wildpflanzen anzusiedeln.
Bei den hier zu betrachtenden Pflanzen handelt es sich überwiegend um heimische, mehrjährige, bzw. ein- und zweijährige Arten. Aber auch Arten, die ursprünglich in unserem Raum heimisch waren, mittlerweile jedoch lokal so gut wie Wildpflanzengarten in Pappenheim im Altmühltal ausgestorben sind, wie die weiße Seerose (Nymphea alba), können hier besichtigt werden, ebenso Arten, die ursprünglich nicht heimisch waren und sich, wie das Indische Springkraut (Impatiens glandulifera), erst in jüngerer Zeit hier eingebürgert haben.
Das Vorkommen dieser verschiedenen Pflanzenarten ist in der freien Natur an bestimmte Standortsverhältnisse gebunden, die sie zu einem guten Gedeihen benötigen, und bei denen Sie im Wettbewerb mit anderen Arten bestehen können.
Es war insofern ein glücklicher Umstand, dass sich innerhalb des Burggeländes mehrere Standorte fanden, die dazu geeignet waren hier Lebensbedingungen zu schaffen, die den jeweiligen unterschiedlichen Ansprüchen der einzelnen Arten an ihre Umwelt sehr nah kamen.
Licht und Schatten, Wärme und Kälte, Trockenheit und Feuchtigkeit, sowie der Kalkgehalt des Bodens sind dabei maßgebende Parameter dieser verschiedenen Standortesbedingungen, die auch für die Ansiedlung der einzelnen Arten im Burggelände Berücksichtigung fanden:
Lichtbedürftige, wärme- und kalkliebende Arten, wie sie auf den sonnseitigen Wacholderhängen des Altmühltals zu finden sind, wurden auf der Südostseite der Burg im sonnigen Zwingergarten am südöstlichen Hauptburgzwinger angesiedelt.
Schattenbedürftige und feuchtigkeitsliebende Arten, wie sie in unseren Buchenwäldern vorkommen, fanden eine Heimat Burg in Pappenheim im Altmühltal im schattigen Nordwestteil der Burg in den beiden Wildpflanzengärten im äußeren westlichen Burggraben und am Zugang zum Naturmuseum. Hier handelt es sich überwiegend um kalkliebende Arten. Es findet sich jedoch auch eine Abteilung für Arten, die saure Standorte bevorzugen, wie sie etwa in der Gegend um Monheim auftreten.
Arten, die an feuchte, bzw. nasse Standorte gebunden sind, präsentieren sich in den Moorbeetanlagen und den kleinen Tümpeln, die im tieferen nordwestlichen Burgbereich unterhalb des Einganges zum Naturmuseum angelegt wurden. Auch hier fand eine Unterscheidung nach kalkreichen und sauren Standorten statt.
Als Überleitung zum Historischen Kräutergarten kann in gewisser weise der Weingarten am südöstlichen Vorburgzwinger angesehen werden, der heimische aber auch nicht heimische Begleitpflanzen der Weinreben in Weinbergen nebst einigen mit dem Wein verbundenen Kulturpflanzen beherbergt. Beim Blick vom Weingarten nach Nordosten ins Tal hinaus, entdeckt man einen waldfreien sonnenseitigen Berghang. Sein Name "Weinberg" weist darauf hin, dass hier in geschichtlicher Zeit Weinbau betrieben wurde.
Aber auch außerhalb der Beetanlagen wird der aufmerksame Besucher innerhalb des Burggeländes immer wieder reizvolle und auch seltene wildwachsende Kulturpflanzen finden, die hier die Jahrhunderte überdauert haben, wie etwa das Löwenmäulchen (Antirrhinum majus) oder das sporadisch immer wieder auftretende Bilsenkraut (Hyoscyamus niger).